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Scheint die Sonne Spaniens auch für Deutschland?
Sprache und Identität – so lautet das Motto des diesjährigen
deutsch-norwegischen Jugendforums in Stavanger. Der deutsche Botschafter Roland Mauch richtete einige Grußworte an die Teilnehmer.
Hierbei stellte er vor allem „die jahrhundertelange Freundschaft" und
die intensiven wirtschaftlichen Kontakte, die Deutschland und Norwegen
verbinden, in den Vordergrund.
Die Erwartungen an das DNJF sind auf beiden Seiten hoch, besonders unter den Norwegern. Seit 15 Jahren hat nämlich die deutsche Sprache in Norwegen einen erheblichen Imageeinbruch erlitten. Spanisch ist bei norwegischen Schülern mittlerweile weitaus beliebter: „Für Norweger ist Deutschland der Elbtunnel in Hamburg an dessen Ende die Sonne Spaniens scheint", so
Mauch. Zur Aufwertung der deutschen Sprache soll zum Beispiel die
deutsche Schule in Oslo nach und nach in eine Begegnungsschule
umgewandelt werden.
Das DNJF soll als Plattform für die interkulturelle Verständigung fungieren, die unter anderem Möglichkeiten für den weiteren Austausch im Rahmen von Studium und Karriere aufzeigen soll. Außerdem soll das DNJF als eine Art „Beziehungsberater" dienen, denn das Verhältnis zwischen Deutschland und Norwegen ist – nach Mauch- das eines alten Ehepaares: keine Probleme, aber ein bisschen langweilig. So sollen die Jugendlichen sich über ihren kulturellen Hintergrund austauschen und die alte Ehe „aufmischen".
Wenn Roland Mauch wie die Teilnehmer des DNJF auch einen Gegenstand
stellvertretend für seine Identität mitgebracht hätte, dann wäre das
ein Buch von Thomas Mann gewesen. „Wie ein Brennglas", so beschrieb er
die Wirkung von Manns gesellschaftskritischen Romanen. Seine Bücher
verkörpern für ihn die deutsche Kultur wie keine anderen.
Mauch betonte zudem den schon lange währenden kulturellen Austausch
zwischen Norwegen und Deutschland. Ibsen, Grieg und Munch seien nur
einige Beispiele.
Die Deutschen und Norweger waren sich bei Schätzfragen über die
Bevölkerungszahl des anderen Landes schnell darüber einig, dass
es dort jeweils 50 Millionen Einwohner gibt. Dies zeigt, dass es noch viel über
das andere Land zu erfahren gibt (Bevölkerung Deutschland: ca. 82
Mio., Norwegen: ca. 5 Mio.). Das DNJF soll helfen, die andern
„schätzen" zu lernen.
Paula Enseleit und Judith Kärn








