- Sprachen:
- Norsk
- Etwas Exotisches
Als Maren erfuhr, dass sie tatsächlich die Chance bekommt, für ein Jahr nach Norwegen zu reisen, war sie sehr froh.
- Ich wollte ins Ausland gehen und da ich noch nicht sehr viel von Norwegen kannte, war die Reise für mich Etwas Exotisches.
Doch bevor sie ihre Reise starten konnte, musste sie sich bei einem Auswahlwochenende mit anderen Mitbewerbern beweisen. Dabei standen Diskussionen, Spiele und Anregungen für die Reise an. Die Austauschorganisation AFS war von Maren überzeugt und im August 2006 konnte sie ihren neuen Lebensabschnitt beginnen.
Um aber auf das Jahr gut vorbereitet zu sein, kamen die Jugendlichen in ein „arrival camp“, indem sie Unterricht in Sprache und Landeskunde bekamen. Nachdem sie dann den Einstieg in die norwegische Kultur geschafft hatten, mussten sie sich dem Alltag stellen, was nicht immer einfach war.
- Es war schwierig schnellen Anschluss zu finden, da sich die Jugendlichen meist bei ihren Freunden zu Hause trafen oder Leute besuchten, die ich wiederum nicht kannte. Ich habe dann selbst die Leute gefragt, ob sie Lust auf einen DVD- oder Kino Abend haben. Man muss sich das eben selbst erarbeiten und selbst die Initiative ergreifen. Schließlich wird einem nichts geschenkt.
Das tat sie und bis heute hält sie den Kontakt zu ihren besten Freunden in Norwegen. Erst kürzlich bekam sie wieder norwegischen Besuch. Zum Nationalfeiertag am 17. Mai in Norwegen wird auch Maren wieder norwegische Luft schnuppern können.
Auch sonst nahm sie ihren Norwegenaufenthalt selbst in die Hand. Da ihre Gasteltern erwerbstätig waren und sie keine Kinder hatten, ergriff sie die Chance Taekwando zu lernen und am Wochenende mit ihren Eltern wandern zu gehen- eine beliebte Freizeitaktivität der Norweger.
Wenn Maren nach den Unterschieden zwischen Deutschland und Norwegen gefragt wird, grübelt sie ein Weilchen. So hält sie Deutschland für ein sehr demokratisches und freiheitliches Land, doch sieht sie in Norwegen eine noch stärkere Gleichberechtigung. Auch die Jugendkultur sei eine andere als in Deutschland. Die Norweger würden viel mehr Zeit mit ihren Freunden als mit ihren Eltern verbringen. Auch die Einstellung sei etwas lockerer als in Deutschland.
- Die deutschen meckern obwohl es ihnen gut geht. Als „locker“ können man ebenfalls den Schulalltag beschreiben. Bisher ist alles total locker gewesen und die Stimmung war eher entspannt, doch das ist jetzt im Umbruch. Ohnehin gelten die deutschen Schulen in Norwegen als sehr streng.
Maren würde einen Aufenthalt in Norwegen auf jeden Fall weiterempfehlen. Diese unglaubliche Natur, gastfreundliche Menschen und die Begeisterung für Mode, Vielseitigkeit und kulturelle Vielfalt haben es ihr definitiv angetan.
Nach unserem Interview steht sie von ihrem Schneidersitz auf. Sie macht sich auf den Weg zurück zu ihrer Gruppe Bild und Bühne beim Deutsch- Norwegischen Jugendforum. Mit ihrer weissen Wollmutze und ihrem lässigen Gang wird man den Gedanken nicht los, es war nicht das letzte Mal, dass sich Maren in Norwegen verliebt hat.
Elisabeth Kis








