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Die Wörter einmal wirbeln und tanzen lassen
Bevor es am Mittwoch zur Zeche Zollverein ging, standen eine ganze Reihe Arbeitsgruppen mit ihren Untergruppen für die Teilnehmer des Forums an. Eine davon war die Gruppe Sprache und Kreativität. Und da ging es durchaus ausgelassen zur Sache. Einem ernsten Thema rückte man schwungvoll zu Leibe.
Laut und fröhlich wurde bei den Sprachspielen gestikuliert. Hier wurde Sprache mit Gestik und Mimik verbunden und so die sprachlichen Grenzen zwischen Norwegen und Deutschland spielerisch überwunden. „Norwegische Hände sprechen aus deutschem Mund“ und umgekehrt. Ein Spiel setzte sich aus Paaren zusammen: Voreinander stehend, stellte der Hintermann seine sprechenden Hände zur Verfügung, während der Vordermann, von dessen Gesten ablesend, spontan eine Rede zum Thema Umwelt erfand. Natürlich waren eindeutige Handzeichen besonders hilfreich ... Die unerwarteten Richtungen, in die sich die zum Teil realistischen, zum Teil absurden Reden wendeten, trugen zur großen Belustigung beider Seiten bei.
Im Raum Hopper war der Name Programm. Schon vor der Tür bekam man einen stimmungsvollen Eindruck, zu welchem Beat drinnen bei konzentrierter Atmosphäre getextet wurde. Zum Beat im Background erfand die Gruppe Rap (sprich Sprechgesang) zum Thema Klima dramatische oder auch ironische Zukunftsvisionen. Dabei waren Naturkatastrophen wie Überschwemmungen, Hungersnot, Dürre und Krieg im Fokus der gereimten Texte, die sowohl auf Norwegisch als auch auf Deutsch entstanden.
Dem Geräuschpegel hatte sich die Gruppe Rezitation geschickt entzogen, indem sie für ihren entspannten und eher ruhigen Schaffensprozess einen hellen, großen Raum in der oberen Etage gefunden hatte. Doch der ruhige Eindruck täuschte völlig über die radikalen Arbeitsmethodenhinweg: Um einen neuen Text zu schaffen, wurden im Text-Cut-Verfahren Schlüsselwörter oder schlichtweg klangvolle Wörter ausgeschnitten und spontan in teils zufälliger, teils durchdachter Anordnung neu kombiniert. Der Gedanke dabei war, die Hemmungen vor literarischen Texten wie auch vor bereits bestehenden Satzgefügen zu zerstören. Als dankbares Opfer boten sich der norwegische Schriftsteller Johan Harstad (der selbst einer der Leiter im Workshop war) mit seinem Roman „Buzz Aldrin“ und deutsche Liedtexte der deutschen Rockband „Einstürzende Neubauten“ an. Angelehnt war diese Arbeitsmethode an den Dadaismus und den Surrealismus der Moderne, die auf ganz eigentümliche Art neue Formen der Kunst hervorgebracht hatten. Zwischen den oft nicht zusammenhängenden Satzteilen fand sich auch hier das ein oder andere Sprachjuwel. (cv, lh)
Zusätzlich zur Arbeitsgruppe „Sprache und Kreativität“ engagierten sich andere Teilnehmer auch in den Arbeitsgruppen „Debatte und Demokratie“ und „Medien und Meinungen“. Dabei konnten sie sich in den Debattierworkshops von den Trainern von „Jugend debattiert“ in Rhetorik schulen lassen. In den Workshops der Arbeitsgruppe „Medien und Meinungen“ waren sie als Reporter auf dem Forum unterwegs und erstellten die Kongress-Zeitung, das Video der Veranstaltung und die Online-Zeitung auf www.dnjf.org.
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